Personal: Und aufeinmal scheint alles so beudeutungslos.

17.03.2015
Zwei meiner Freundinnen haben sich einen Traum erfüllt. Sie sind auf Weltreise gegangen. Nur sie beide, zwei schwere Rucksäcke und ein Around-the-World Ticket. Vorher haben sie viel gespart, geplant und noch mehr gespart. Dann ging es los. Thailand, Vietnam, Australien, Neuseeland, die USA und Island. Geplant waren 14 Monate. Im Endeffekt wurden es leider nur 10, weil das Leben nun mal eben nicht immer so spielt, wie man es gerne hätte.

Golden Gate Bridge USA California Kalifornien

Gestern haben wir die Fotos der 10-monatigen Tour gesehen. Viele wunderschöne Sonnenauf- und untergänge, blaue Meere, weite Sandstrände, geheimnisvolle Tempel, exotisches Essen, mit Menschen gefüllte Straßen, verschneite Berge und Nordlichter. Und vor allem: ganz viele fröhliche Menschen, die auch gerade auf Reisen sind. Die sichtbar Spaß haben und "die Zeit ihres Lebens" verbringen. Zwischen Geschichten von Bussen, die über Klippen hingen, von Mückenallergien und Arbeitstagen, die von 8:30 Uhr bis 12:00 Uhr gehen, kamen mir auf einmal 1000 Gedanken in den Kopf. Nur 3 Stunden vorher habe ich vor meinem PC gesessen und mir überlegt, ob ich bereit bin 65 € für einen schwarzen Cardigan auszugeben. Irgendwie kam mir das in dem Moment so lächerlich vor. Was eine Geldverschwendung. Ich habe doch genug Cardigans. Ich brauche doch eigentlich gar keinen mehr. Mein nächster Gedanke: Instagram - bzw. Social Media im allgemeinen. Ich erinnerte mich daran wie ich kurz vorher ein Bild von meiner Sportuhr gepostet hatte und ein paar Minuten später schaute, ob denn schon ein paar Likes oder Kommentare da wären. Irgendwie lächerlich, wenn ich vor mir Fotos von den Fiji Inseln sehe und ganz genau weiß, dass davon niemand ein Instagram Fotos gepostet hat, sondern alle einfach den Moment gelebt haben. Obwohl hier ein Foto sogar seine Berechtigung gehabt hätte.

Meine Gedanken schweiften weiter. Morgen früh sitze ich wieder im Büro. Führe oberflächeliche Gespräche über das alltägliche Leben. Während andere Menschen dort draußen die Welt erkunden. Erfahrungen machen, die sie ihr ganzes Leben nicht mehr vergessen werden. Freundschaften schließen. Und plötzlich kommt mir alles hier zu Hause so beudeutunglos vor. Mir wird klar, dass ich (wahrscheinlich) nie wieder die Zeit habe eine solche Reise zu machen. Dabei ist in dem Moment das, was ich am allerliebsten machen würde, nach Hause fahren, meine Koffer packen und weg sein. Ich habe Fernweh. Ganz eindeutig. Die Sonntagsmelancholie wird ihr Übriges dazu beigetragen haben. Ich beschließe mir mehr Gedanken darüber zu machen, wofür ich mein Geld ausgebe um es besser zu investieren, denn: "Traveling is the only thing you buy that makes you rich".

Kommentare:

  1. Toller Beitrag, dass sind wirklich wahre Worte!

    Liebe Grüße ♥ Conny
    Beautyrosing

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  2. bei so langen tripps lernt man auch sich selbst besser kennen! Du kannst ja mit einer 3 Wochen Reise anfangen & dann, wenn du wirklich mal ne Auszeit brauchst auf work & travel umsteigen... oder du machst "Bildungskarenz" wenns sowas in Dland gibt & gehst in ne Sprachschule etc.

    Es gibt so viele Möglichkeiten. Du warst ja selber schon im Ausland... das ist wie beim tattoowieren... man wird süchtig :D

    und im "Urlaub" sind die Menschen sowieso entspannter

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    1. Zum Glück sind dieses Jahr schon ein paar Urlaube & Trips geplant. Der Gedanke daran hat mich in dem Moment auch wieder etwas aufgeheitert. Ist Bildungskarenz sowas wie Bildungsurlaub? Hört sich zumindest schon mal ähnlich an. :) Den haben wir nämlich. Und stimmt, reisen macht wirklich süchtig hihi

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  3. Ich finde das muss man immer von zwei Seiten sehen: Schöne Urlaube kannst du nur machen, wenn du vorher gespart hast und das Geld kommt halt nun mal aus einem langweiligen Alltagsjob. Aber das ist immer nur so langweilig wie man es selbst empfindet...man muss einfach selbst mehr daraus machen!
    LG Jenny

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    1. Ja da hast du leider Recht, das Geld für Reisen muss irgendwoher kommen.. . Ich empfinde meinen Job auch gar nicht als langweilig, nur eben nicht so toll wie eine Weltreise. Aber das ist wohl normal ;)

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  4. Toller Post, ich kann jedes Wort nachvollziehen. Ich fühle mich im Moment auch als ob ich hier feststecke, vor allem weil ich seit zwei Monaten jeden Tag am lernen bin und es kein Ende nimmt. Ich hab einfach Sehnsucht nach fremden Gesichtern, fremden Sprachen und anderen Ländern, wo mich niemand kennt :)

    Alles Liebe,
    Fee von Floral Fascination

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    1. Oh, das kann ich total nachvollziehen. Manchmal sieht man beim Lernen echt kein Ende. Durchhalten!! :)

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  5. Toller Post! Wir waren kürzlich auf einem größeren Trip für den wir auch gespart und länger hingefiebert hatten *g* Zwar war es nur die Karibik, aber es war wundervoll und wir haben es total genossen. Wir haben zwar schon hin und wieder Fotos gemacht .. aber die Leute, die quasi 24h am tag einen foto am hals hatten und nur fotos gemacht haben .. ich frage mich da, ob die überhaupt eine schöne reale Erinnerung aus dem Urlaub haben!?!?

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  6. MIr ging es auch so wie dir. Irgendwann habe ich mich zusammengerissen und bin gestartet. Around the World für 7 Monate.
    Ich kann nur empfehlen "MACH ES!"
    Und ja, ich höre oft "... aber das Geld ...". Es ist die einfachste Ausrede um sich nicht seine Angst eingestehen zu müssen, den Schritt zu wagen. Check dein Konto, mach dir einen Plan, was du sehen willst und Start!
    Das Geld wird reichen; auf jeden Fall. Ich habe Leute getroffen, die unterwegs waren und in Deutschland als "unter der Armutsgrenze lebend" bezeichnet werden würden.

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