Personal: The Struggle is Real - Vom Nicht-mehr-Student-sein und Bewerbungen schreiben.

29.10.2014
Das Studium ist gerade beendet. Die Graduierung steht noch bevor, aber eigentlich ist man schon offiziell kein Student mehr, denn der Studentenausweis ist abgelaufen. Ein echter "Master of Arts". Das heißt aber auch man muss ein paar Minuten früher zum Zug gehen um ein Ticket zu kaufen, denn die Monatskarte aus Uni-Zeiten gibt es nicht mehr. Im Museum zahlt man jetzt den vollen Preis. Und so langsam aber sicher schleichen sich die ersten wehmütigen Gedanken an das letzte Semester ein. Man erinnert sich, wie man die nervigen Hausarbeiten verteufelt hat. Wie man es gehasst hat Montagmorgens in der langweiligen Vorlesung zu sitzen. Wie viele Nerven und Schokoriegel die Masterarbeit gekostet hat. Wie man wutentbrannt vor dem Feedback vom Betreuer saß, weil er einfach nicht verstand, was man mit seinen Sätzen sagen wollte. Rückblickend war das doch alles irgendwie nicht so schlimm. Und zuletzt waren da natürlich die Partys mit den Kommilitonen. Die 2-4-1 (two fo(u)r one) Cocktails, die man als Student noch bekommen hat. Vorbei. Noch nicht lange, aber es ist vorbei. Ein bisschen schade ist es, aber es ist auch Zeit für etwas "Richtiges". Zeit zum Arbeiten. Und da habe ich auch BOCK drauf. #hochmotiviert

Ich stehe morgens auf. Immer noch spätestens um 7 Uhr, denn ich möchte gar nicht erst aus diesem Rythmus herauskommen. Die Abläufe sind jeden Morgen gleich. Aufstehen, Sport machen, duschen, Kaffee kochen, Bewerbungen schreiben. Ich sitze vor dem leeren Word Dokument und überlege mir, wie ich nun am besten formuliere, dass ich GENAU DIE RICHTIGE PERSON für die ausgeschriebene Stelle bin. Wie sage ich dem Personaler nun, dass ich total "Internet-affin" bin. Ich bin doch damit aufgewachsen. Ein Digital Native. Für mich ist das "normal". Bevor ich morgens einen Fuß auf den Boden setze, nehme ich mein Handy in die Hand, um zu sehen was sich auf Instagram getan hat. Ich lese reihenweise Artikel über Marketing, Social Media. Natürlich online. Ich lese Blogs, verfolge Trends. Das ist doch Internet-affin oder? Und wie genau sage ich, dass ich mich auf den meisten sozialen Plattformen besser auskenne als in den Schränken meiner Küche meines Zimmers? Instagram, Twitter, Pinterst, Facebook, Google+ - been there, done that. "Hallo, ich bin die MissK und soziale Netzwerke und ich sind BFFs. Wir gehen zusammen essen. Wir sitzen zusammen im Bus. Soziale Netzwerke sind das Letzte was ich am Abend sehe und das Erste, was mich am nächsten Morgen anlacht. Wir kennen uns, wir verstehen uns, wir mögen uns." So oder so ähnlich.

In der Theorie ist das immer ganz einfach. Man muss ja nur über sich selbst schreiben. Die Person, die man am besten kennen sollte. Am besten beschreiben können sollte. Wer bist du? Was machst du? Was kannst du? Aber mal ganz ehrlich: The struggle is real. Und das kennt bestimmt jeder von euch. Ich sitze an einer Bewerbung ca. 1,5 Stunden. Mit Denkpausen. Recherchen. Schreiben. Löschen. Schreiben. Zwei Stunden später gucke ich wieder auf die Bewerbung. Noch mal ein paar Änderungen. Schreiben. Löschen. Schreiben. Löschen. Recherchieren. Schreiben. Endlich, ich bin zufrieden. Ich lese mir die Bewerbung noch mal durch. Ja, hört sich gut an. Ich würde mich nehmen. Am nächsten Morgen wird sie abgeschickt.

Sobald das E-Mail Programm mir versichert, dass die E-Mail verschickt wurde, beginnt das Warten. Klappt es? Klappt es nicht? Hätte ich meine "Teamfähigkeit" vielleicht doch extra hervorheben sollen? Sobald die Gedanken verschwunden sind, finde ich mich vor einem leeren Word Dokument wieder.... .

translation
It's official, you are not a student anymore. Your student ID has expired. You pay the full price in museums now. No more 2-4-1 cockails with your Club Card. Didn't you just get it the other week?! No.. You remeber how you struggled to write the reports for these terribly boring classes. You remember how furious you were, because your supervisor for your master dissertation just did not get what genius ideas you had. In heinsight it all wasn't as bad as it seemed in that moment. 

I get up at 7:00 am every morning. I don't want to lose the structure in my days. My mornings are the same every day: wake up, workout, shower, make coffee, write applications. I find myself sitting in front of my computer, an empty word document on the screen. I try to think of how to explain that I AM THE MOST SUITABLE person for that certain role. It asks for people who "live online" - check, who are "familiar with social networks" - check. The last thing I see when I go to bed is not my boyfriend's good-night-message, but my Instagram feed. And that's also what I wake up with in the morning. I read about online marketing and crowd sourcing. I read blogs, inform myself about new trends - online of course. Social Media and I, we're buddies. Best buddies. But it's not enough that I know that (and my parents, my bf, my friends (..... what did you say? I just read something on Facebook...)), my hopefully-future-employer needs to know that. But whhhhyyyy is it so hard to tell people what you kow about yourself? Why is it so hard to tell them that you are the person they are looking for? I spend approximately 1,5 hours with an application. Write. Delete. Write. Delete. Research. Write. Delete. Write. I let some hours pass and go back to it. I keep making changes until I am finally happy with it. I send it the next morning. Then I ask myself - should I've said more about team work as one of my strongest skills? Isn't it obvious that I can motivate myself when holding 2 degrees? As soon as these thoughts have passed, I find myself in front of an open word document.....

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